|
Praxis-Tipps zur Kantate 74
Violine 2 am Anfang
Wie sich als praktisch herausgestellt hat, lässt man die zweite Violine am Anfang des ersten Stückes besser mit Abstrich beginnen (obwohl in der Partitur Aufstrich angegeben ist). Dadurch werden alle Akzente (in den Takten 13, 15 oder 27) mit Abstrich erreicht.
Violine 1, Viola und Cello beginnen aber, wie angegeben, mit Aufstrich.
Cantus Firmus
Die klare Herausstellung des Cantus firmus sollte das erste Ziel einer Interpretation sein. Im ersten Satz erscheint er zuerst im Sopran und dann im Tenor, im vierten Satz im Bass, im siebten Satz erst im Alt und schliesslich wieder im Sopran (dann evt. von der Gemeinde mitgesungen). Die Gemeindebeteiligung sollte man vor allem im Gottesdienst beherzigen und dass die Gemeinde am Schluss einmal das zweigestrichene f singen muss, halten wir für zumutbar.
Arie
Für die Arie (sechster Satz) wurde als Tempoangabe "Viertel = 108" angegeben. Die Sopranistin der ersten Aufführung (17.3.02 in Krakau) bestand aber auf ein wesentlich langsameres Tempo, mit dem sie dem Satz einen eher meditativen Charakter gegeben hatte - und das mit grossem Erfolg. Nicht nur das Publikum, auch der Komponist, der sich zunächst gegen das langsamere Tempo gewehrt hatte, war positiv überrascht. So sei es denn nun jedem Ausführenden freigestellt, ob er bei der vorgegebenen Tempoangabe bleiben will, oder den Satz deutlich langsamer angeht.
Übergang vom sechsten zum siebten Satz
Hinter der Angabe "attacca ad lib." (siehe Ende der Arie) steht folgender Gedanke: Wird die Kantate am Stück, beispielsweise in einem Konzert, aufgeführt, ist der sofortige Übergang zum letzten Satz zu empfehlen. Bei einer Aufführung im Gottesdienst kann, wenn die einzelnen Sätze voneinander getrennt werden, die Arie mit ihrem letzten Akkord abgeschlossen werden. In diesem Fall hört die erste Violine zusammen mit den anderen Instrumenten und der Solistin auf.
Vorschlag für eine Integration in Gottesdienst und Messe
Die Kantate 74 ist weniger liturgisch geprägt als andere Wildenloh-Kantaten, lässt sich aber dennoch als musikalische Gestaltung eines Bussgottesdienstes verwenden:
Als Introitus: Eingang
nach Kyrie: Rezitativ I
statt (des entfallenden) Gloria: Duett
als Gesang vor der Predigt: Rezitativ und Chor
nach der Predigt: Gleichnis
sub Communione: Arie
am Ende: Ausgang
Zum Schluß eine Bitte: Honorieren Sie die Arbeit unserer Autoren und melden Sie jede Aufführung der GEMA. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, schicken Sie uns eine Email. Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Ansonsten bedanken wir uns für Ihre Meldung mit folgendem Musikerwitz.
Diese Seite wurde zuletzt am 2006-08-21 aktualisiert.
|